Fahrt nach Patras
Italien GriechenlandDie Fahrradtour mach ich nicht alleine und warum dann nicht auch die Geschichte aus zwei Blickwinkeln erzählen? Die zweite Hälfte kommt also nicht mehr von mir. Habt Spaß beim Lesen! :o)
Wenn Flexibilität gefragt ist
Für mich war der Start für die Fahrradtour eigentlich schon etwas früher. Alles war gepackt und die Fahrt nach Freising konnte losgehen. Wie immer ging es mit etwas Verspätung los, aber das macht ja nichts. Soll ja Urlaub sein! Zudem kam die Sonne raus und ich hatte es etwas wärmer für den Start.
Die ersten Kilometer Richtung Zug sind dahingeflogen, zumal die Stimmung am Morgen einfach super war. Um nicht umsteigen zu müssen, hab ich auch gleich den nächstgrößeren Bahnhof angesteuert. Von dort aus ging es dann entspannt nach Freising.
Dort wurde alles nochmal ausgepackt und kontrolliert, dass wir nicht unnötiges doppelt haben.
Mit ein paar Stunden Schlaf sind wir mitten in der Nacht los und mit der S-Bahn nach München zum ZOB gerollt. Dort hätte uns ein Flixbus nach Venedig mitnehmen sollen. Wie sie aber so sind die Busfahrer, haben sie sich maximal unflexibel gesträubt unsere Räder mitzunehmen. Wir waren verwundert, da auf der Webseite bei diesem Bus extra die Fahrradmitnahme angegeben wurde.
Um unsere Fähre in Venedig nicht zu verpassen, wurde die Fahrt kurzfristig auf die Schiene gelegt. Mehr wie doppelt so teuer, aber dafür waren die Fahrräder kein Problem und wir sind komfortabel ohne Umstiege in Venedig angekommen.
Unser netter Warmshowers-Host hat uns sogleich nach Venedig in die Stadt geschickt. “Don’t waste the time with me, go and visit the city!” :o)
Tatsächlich ist Venedig auch sehr schön anzuschauen. Um diese Zeit und in der Nacht war auch nicht so viel los. Nach dem Erkunden all der kleinen Gassen und Brücken sind wir müde ins Bett gefallen. Ein paar Bilder von dem Abend in Venedig kann ich euch natürlich nicht vorenthalten… :o)
Pünktlich um 11Uhr, am nächsten Tag, sind wir am Hafen erschienen, um uns für die Fähre nach Patras einchecken zu können. Die Fahrt war sehr entspannt. Am nächsten Tag, mitten in der Nacht, waren wir auch schon in Patras.
Super, nun kann die Reise mit dem Fahrrad beginnen! :o)
Als Jonathan bei mir ankam, war ich durch die Fotos schon darauf vorbereitet, wie voll bepackt und schwer sein Fahrrad ist. Ich versuche immer so wenig wie möglich mitzunehmen, deswegen war dieses Ausmaß für mich ungewohnt und lustig! Aber bei voller Beladung mit guten Lebensmitteln, will man natürlich nichts aussortieren… Außerdem bekomme ich mega gutes Essen ohne es mit schleppen zu müssen! Habe mich also schon sehr auf die -für mich- Premium Radl Tour gefreut.
So sehr, dass es für mich ohne Schlaf zum Bus Bahnhof um 02:40 Uhr in der Nacht los ging. Wir wollten mit dem Flixbus nach Venedig zum Fähr-Hafen fahren. Leider hatten die beiden Busfahrer anscheinend einen schlechten Tag und waren genervt von der Fahrrad Mitnahme, obwohl diese ausdrücklich laut Ticket inklusive war. Alles Erklären, Diskutieren und andere Lösungsvorschläge anbieten half nichts, sodass die grattligen Busfahrer ohne uns losfuhren. Ich hab versucht entspannt zu bleiben, aber ich war richtig traurig, frustriert und machte mir Sorgen um das Fähr-Ticket. Uns blieb also nichts anderes übrig als einen teuren Zug für den selben Tag am Morgen zu buchen. Da sich die Heimfahrt nach Freising nicht gelohnt hätte, sind wir am ZOB geblieben und haben versucht dort zu schlafen. Für mich blieb es bei dem Versuch… es war kalt, laut und „contemplating my life choices“ war in meinem Kopf los. Ich hätte gerne meine Reaktion gesehen wenn mir jemand vor 5 Jahren beim Feiern im Neuraum-Club gesagt hätte, dass ich hier einmal 500m entfernt im Schlafsack liegen werde!
Am Morgen war ich richtig happy über den Fahrrad Wagon der ÖBB, denn so lief mit dem Zug alles problemlos bis Venedig und wir konnten ein bisschen Schlaf nachholen. In Venedig übernachteten wir bei Massimo, unserem Warmshowers Host, über dessen Fahrrad Laden. Massimo war der festen Überzeugung, dass Venedig die schönste Stadt der Welt ist, und er hat uns gleich losgeschickt um Venedig selbst zu erkunden. Er gab uns die Schlüssel also waren wir völlig flexibel die Stadt bis Spätabends zu besichtigen. Venedig ist wirklich wunderschön und es war zum Glück auch überhaupt nicht viel los, es war „weniger los als in Regensburg“ (Zitat). Und Venedig hatte einen richtig romantischen Vibe, vor allem da es dunkel war.
Über den Weihnachtsbeleuchtungs Geschmack lässt sich natürlich streiten… Wir haben viel gesehen und einen kleiiiinen Spaziergang von 14 km gemacht und festgestellt, dass man sich wirklich verlieren kann in den vielen kleinen Gassen. Irgendwann hat die Müdigkeit aber richtig gekickt und wir sind wieder zurück gekehrt zum Radl Laden. Dort stellte sich heraus, dass unsere „Nachbarn“ zwei Rockbands sind, die heute Nacht proben. Doch nach der schlaflosen Nacht am ZOB am Tag zuvor hielt mich selbst das nicht davon ab, super gut und lange zu schlafen.
Sonntag morgen radelten wir zur Fähre. Es gab relativ viele Katzen an Board, was gleich eine gute Einstimmung war für Griechenland und noch mehr für Istanbul später. Die Zeit auf der Fähre war schön entspannt und wir konnten sogar die Sonne (und auch den Wind) an Deck genießen.
Als wir in Patras ankamen, war es endlich richtig schön warm, und das obwohl es spät Nachts war.